

Die Operation bei tief infiltrierender Endometriose ist eine der effektivsten Behandlungsmethoden bei fortgeschrittenen Fällen dieser Erkrankung. Während sie bei einigen Patientinnen als einfache Zyste am Eierstock erscheint, kann sie bei anderen eine Form annehmen, die so tief und zerstörerisch ist wie die unsichtbare Seite eines Eisbergs. In der Medizin wird dieses klinische Bild als Tief infiltrierende Endometriose (TIE / engl. DIE) bezeichnet.
Dieser Zustand steckt meist hinter jenen starken Schmerzen, bei denen gewöhnliche Schmerzmittel, Antibabypillen und vorübergehende Lösungen nicht helfen; Schmerzen, die das soziale Leben, das Arbeitsleben und die Psyche der Patientin auf den Kopf stellen.
Als Doz. Dr. Cengiz Andan ist unser Ziel bei der Behandlung dieser Krankheit, die fortgeschrittene Erfahrung in der laparoskopischen Chirurgie erfordert, nicht nur die Entfernung der Zyste, sondern der Patientin ihr Leben zurückzugeben,indem alle tiefen, schmerzverursachenden Herde beseitigt werden.
Was ist tief infiltrierende Endometriose?
Es ist der Zustand, bei dem Endometrioseherde tiefer als 5 Millimeter von der Oberfläche des Bauchfells (Peritoneum) herabsteigen und in das Gewebe eindringen. Diese Form ist die aggressivste und schmerzhafteste Art der Erkrankung.
Während die Herde bei der oberflächlichen Endometriose wie ein „Fleck“ aussehen, nehmen diese Herde bei der tiefen Endometriose die Form von harten „Knötchen“ an. Diese Knötchen können nicht nur die Gebärmutter und die Eierstöcke befallen, sondern auch den Darm, die Harnblase, die Harnwege (Harnleiter) und den Raum hinter der Gebärmutter. Sie stören die Anatomie, indem sie Organe wie ein starker Klebstoff miteinander verkleben. In der medizinischen Literatur wird dieser Zustand als „Frozen Pelvis“ (Gefrorenes Becken) bezeichnet; innere Organe werden durch Verwachsungen unbeweglich, und jede Bewegung erzeugt starke Schmerzen.
Welche Symptome deuten auf eine „tiefe“ Endometriose hin?
Unsere Patientinnen kommen meist mit der Klage: „Ich leide seit Jahren unter Schmerzen, aber es kann nichts gefunden werden.“ Das liegt daran, dass tiefe Knötchen im Routine-Ultraschall manchmal übersehen werden können. Wenn Sie die folgenden Symptome haben, ist die Wahrscheinlichkeit einer tief infiltrierenden Endometriose hoch:

Der Goldstandard in der Behandlung: Fortgeschrittene laparoskopische Chirurgie
Tief infiltrierende Endometriose ist keine Krankheit, die mit Medikamenten vollständig beseitigt werden kann.Medikamente unterdrücken sie nur. Die definitive Lösung für die Krankheit ist die chirurgische Entfernung der Knötchen.Diese Operation ist jedoch viel komplexer und sensibler als eine Standard-Zystenoperation. Die Operation der tiefen Endometriose erfordert fortgeschrittene Erfahrung in der Laparoskopie (geschlossene Operation/Schlüssellochchirurgie) und anatomische Beherrschung.
Die chirurgische Strategie, die wir in unserer Klinik anwenden, ist wie folgt:
Knötchen am Darm werden mit der „Shaving“-Methode (Abtragen) oder durch Entfernung des betroffenen Darmabschnitts (Resektion) bereinigt.
Ein neues Leben nach der Operation
Der Satz, den Patientinnen nach einer erfolgreichen Operation der tiefen Endometriose am häufigsten sagen, ist: „Ich fühle mich wie neu geboren.“
Es wird beobachtet, dass die Schmerzen um 80-90 % zurückgehen oder ganz aufhören. Da zudem die Anatomie der Organe korrigiert und Verwachsungen gelöst werden, steigt die Chance auf eine spontane Schwangerschaft deutlich an.
Denken Sie daran: Endometriose ist nicht nur eine „Frauenkrankheit“, sondern ein Zustand, der den gesamten Körper und die Seele betrifft. Sie müssen nicht mit diesen Schmerzen leben. Eine korrekte Operation durch die richtigen Hände öffnet die Tür zu einer schmerzfreien Zukunft.
Mit einem Standard-Bauchultraschall ist sie schwer zu erkennen. Tiefe Knötchen können jedoch bei einem vaginalen Ultraschall durch ein erfahrenes Auge und insbesondere in der Becken-MRT-Bildgebung erkannt werden. Die Erfahrung des Arztes ist bei der Diagnose wichtiger als das Gerät.
Das ist die größte Angst der Patientinnen. In 95 % der Fälle ist es nicht notwendig, den Darm nach außen zu verlegen (ein Stoma anzulegen). Der Knoten wird gereinigt oder dieser Teil des Darms wird entfernt und Ende-zu-Ende verbunden. Ein vorübergehendes Stoma kann sehr selten, in sehr fortgeschrittenen und risikoreichen Fällen, zur Sicherung des Heilungsprozesses (für einige Monate) angelegt werden, aber dies ist eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit.
Operationen bei tief infiltrierender Endometriose sind die anspruchsvollsten Operationen in der Gynäkologie. Je nach Ausbreitung der Krankheit und den betroffenen Organen kann die Operationszeit zwischen 2 Stunden und 5-6 Stunden variieren. Wichtig ist nicht die Zeit, sondern die sorgfältige Reinigung aller Herde.
Im Allgemeinen wird empfohlen, 2-3 Monate zu warten, bis das Gewebe nach der Operation verheilt ist. Danach ist die Chance der Patientinnen auf eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege oder mittels IVF viel höher als vor der Operation, da die Anatomie korrigiert wurde.
Eine offene Operation ist möglich, wird aber in der modernen Medizin nicht empfohlen. Die Laparoskopie (geschlossene Methode) bietet dem Chirurgen ein 10- bis 15-fach vergrößertes Bild. Auf diese Weise können millimetergroße Nerven und Gefäße geschützt und Knötchen deutlicher gesehen werden. Außerdem ist das Risiko von Verwachsungen nach einer geschlossenen Operation viel geringer als bei einer offenen Operation.
