Gebärmuttersenkung schonend behandeln – organerhaltend und minimalinvasiv in Istanbul
Die häufigste Sorge bei einer Gebärmuttersenkung ist nicht der Eingriff selbst, sondern eine ganz andere Frage: Muss meine Gebärmutter wirklich entfernt werden? Viele Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichen uns mit genau dieser Sorge, oft nachdem ihnen eine Operation oder das Einsetzen eines Netzes empfohlen wurde. In seiner Praxis in Istanbul-Şişli begleitet Sie Assoc. Prof. Dr. Cengiz Andan von der Beratung bis zur Nachsorge persönlich und prüft zuerst, ob ein organerhaltendes Vorgehen möglich ist. Dieser Text erklärt, welche Wege es gibt, was wirklich nötig ist und was nicht.

Auf einen Blick
- Was es ist: ein Tiefertreten von Gebärmutter und Scheide bei geschwächtem Beckenboden.
- Erst konservativ: Beckenbodentraining und Pessar sind oft der erste sinnvolle Schritt.
- Operation: in den meisten Fällen organerhaltend und minimalinvasiv möglich.
- Netz (Mesh): kein Automatismus, sondern nur bei klarer Indikation und nach offener Aufklärung.
- Aus dem Ausland: kostenpflichtige Online-Zweitmeinung vorab, danach ein planbarer, kurzer Aufenthalt in Istanbul.
Wichtig: Bei einem vollständigen Vorfall mit der Unfähigkeit, Wasser zu lassen (Harnverhalt), handelt es sich um einen Notfall. Suchen Sie in diesem Fall sofort die nächste Notaufnahme auf.
Was bedeutet eine Gebärmuttersenkung – und ab wann ist sie behandlungsbedürftig?
Eine Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) bedeutet, dass Gebärmutter und Scheide bei geschwächtem Beckenboden tiefer ins Becken treten. Der Schweregrad wird standardisiert eingeteilt, häufig mit dem POP-Q-System in die Stadien 1 bis 4, wobei der Vorfall (Prolaps) die ausgeprägteste Form darstellt. Entscheidend für die Behandlung ist nicht der reine Befund, sondern ob Beschwerden bestehen, denn ein Befund ohne Symptome ist keine Operationsindikation. Bei etwa 30 bis 50 % der Frauen mit einer Senkung sind die Beschwerden so gering, dass zunächst beobachtet und konservativ behandelt werden kann.
| Stadium | Befund | Übliches Vorgehen |
|---|---|---|
| 1–2 (leicht) | geringe Senkung | Beobachtung, Training, Pessar |
| 3 (fortgeschritten) | deutlich sichtbar | konservativ oder Operation |
| 4 (Vorfall) | Organe treten heraus | meist Operation |
Quelle: AWMF-Leitlinie zum weiblichen Descensus genitalis
Welche Beschwerden verursacht eine Senkung – und warum betrifft auch die Blase?

Eine Senkung macht sich vor allem durch ein Druck- oder Fremdkörpergefühl bemerkbar, oft beschrieben als „etwas rutscht nach unten“. Weil die absinkende Gebärmutter auf Blase und Enddarm drückt, kommen häufig Beschwerden wie Harninkontinenz oder eine erschwerte Entleerung hinzu. Eine begleitende Blasen- oder Enddarmsenkung (Zystozele oder Rektozele) findet sich bei einem erheblichen Teil der Betroffenen. Bei rund 30 bis 40 % besteht zusätzlich eine versteckte Belastungsinkontinenz, die erst bei der Untersuchung auffällt und für die Planung wichtig ist.
Wie entsteht eine Senkung – und wer ist besonders betroffen?
Eine Senkung entsteht durch eine Schwächung von Beckenboden und Halteapparat, meist durch ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren. Geburten zählen zu den wichtigsten Ursachen, vor allem mehrere Geburten oder die Geburt großer Kinder. Auch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren, chronischer Husten, dauerhafte Verstopfung und Übergewicht erhöhen das Risiko. Insgesamt entwickeln im Laufe des Lebens bis zu etwa 50 % der Frauen, die geboren haben, eine Senkung in unterschiedlicher Ausprägung.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose beruht auf der gynäkologischen Untersuchung, ergänzt durch eine standardisierte Einteilung des Schweregrades. Dabei werden der Beckenboden beurteilt, das POP-Q-Stadium bestimmt und per Ultraschall die Organe sowie der Restharn nach dem Wasserlassen kontrolliert. Mitgebrachte Befunde aus dem Heimatland werden einbezogen, sodass nicht alles neu erhoben werden muss. Bei Hinweisen auf eine Inkontinenz kann eine zusätzliche Funktionsdiagnostik sinnvoll sein.
Hilft Beckenbodentraining – und wann reicht es nicht mehr aus?
Gezieltes Beckenbodentraining ist bei leichten Senkungen oft der erste und wirksame Schritt. Es kann die Muskulatur stärken, ein weiteres Absinken bremsen und die Beschwerden lindern, auch wenn es eine bestehende Senkung nicht rückgängig macht. Bei leichten Formen (Stadium 1 bis 2) bessern sich die Beschwerden unter konsequentem Training bei einem großen Teil der Frauen spürbar. Reicht das Training nicht aus oder ist die Senkung weiter fortgeschritten, kommen Pessar oder Operation infrage.
Wann ist ein Pessar eine gute Alternative zur Operation?
Ein Pessar ist eine sinnvolle Alternative, wenn eine Operation vermieden oder hinausgezögert werden soll. Es wird in die Scheide eingelegt, stützt die Organe und lindert so die Beschwerden, ohne die Ursache zu beheben. Ein Teil der Frauen kommt damit über Jahre gut zurecht und benötigt keine Operation, während andere kein passendes Modell finden. Gerade in höherem Alter oder bei bestehenden Begleiterkrankungen ist das Pessar eine schonende und jederzeit umkehrbare Option.
Quelle: National Institute for Health and Care Excellence (NICE), Leitlinie zum Beckenorganprolaps
Wann ist eine Operation sinnvoll – und welche Verfahren gibt es?
Eine Operation ist sinnvoll, wenn relevante Beschwerden bestehen und konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder abgelehnt werden. Grundsätzlich stehen Eingriffe über die Scheide (Scheidenplastik mit Eigengewebe) und minimalinvasive Eingriffe über die Bauchspiegelung (laparoskopische Sakrokolpopexie) zur Verfügung. Die Operation dauert je nach Verfahren etwa 30 bis 60 Minuten, und der Klinikaufenthalt beträgt meist nur rund 1 bis 2 Tage. Welches Verfahren passt, hängt vom Befund, vom Alter und davon ab, welche Kompartimente betroffen sind.
| Verfahren | Zugang | Besonderheit |
|---|---|---|
| Scheidenplastik | über die Scheide | mit Eigengewebe, keine Narbe außen |
| Laparoskopische Sakrokolpopexie | Bauchspiegelung | stabile Fixierung, organerhaltend möglich |
| Offene Operation | kleiner Bauchschnitt | nur wenn minimalinvasiv nicht möglich |
Muss bei der Operation die Gebärmutter entfernt werden?
In den meisten Fällen muss die Gebärmutter bei einer Senkungsoperation nicht entfernt werden. Bei vielen Patientinnen lässt sich der Halteapparat organerhaltend rekonstruieren, sodass die Gebärmutter erhalten bleibt. Wichtig zu wissen: Die Entfernung der Gebärmutter schützt nicht vor einer Senkung, im Gegenteil gilt eine vorausgegangene Hysterektomie selbst als Risikofaktor, und das spätere Senkungsrisiko wird in der Literatur in einer großen Spanne von etwa 0,2 bis 43 % angegeben. Wir prüfen deshalb zuerst, ob ein organerhaltendes Vorgehen für Sie medizinisch vertretbar ist, und besprechen offen, wann eine Entfernung tatsächlich die bessere Lösung ist.
Brauche ich ein Netz (Mesh) – und ist das sicher?
Ein Kunststoffnetz ist bei einer Senkungsoperation kein Automatismus, sondern nur bei klarer Indikation sinnvoll. Die Datenlage dazu ist ein wichtiger Punkt, über den wir ehrlich aufklären: Aufsichtsbehörden wie die FDA haben vor Komplikationen durch vaginal eingesetzte Netze gewarnt, und mehrere Länder wie England, Irland, Australien und Neuseeland haben den Einsatz transvaginaler Netze eingeschränkt oder ausgesetzt. Eine Netzexposition oder -erosion tritt je nach Methode bei etwa 5 bis 10 % der vaginalen Netzeinlagen auf, während sie bei der laparoskopischen Sakrokolpopexie deutlich seltener ist und meist unter rund 3 % liegt. Wir bevorzugen daher, wo immer möglich, die Rekonstruktion mit Eigengewebe und setzen ein Netz nur dort ein, wo es nach aktueller Evidence einen klaren Nutzen hat, etwa bei bestimmten Rezidiven.
Quelle: U.S. Food and Drug Administration (FDA), Sicherheitshinweis zu transvaginalen Netzen bei Beckenorganprolaps
Wie sieht unser Behandlungsansatz aus – und warum behandelt Sie durchgehend dieselbe verantwortliche Hand?
Unser Behandlungsansatz beginnt mit einem Grundsatz: erst das Schonende, dann das Eingreifende. Wir prüfen zuerst Beckenbodentraining und Pessar, bevor wir über eine Operation sprechen, und wenn operiert wird, planen wir organerhaltend und minimalinvasiv. Assoc. Prof. Dr. Cengiz Andan bringt rund 18 Jahre Erfahrung mit, hat mehr als 2.000 laparoskopische Eingriffe durchgeführt und arbeitet mit einer Komplikationsrate von etwa 2 %. Dabei begleiten wir Sie von der ersten Beratung bis zur Nachsorge durchgehend selbst, statt Sie an wechselnde Teams zu übergeben, und orientieren uns an denselben internationalen Leitlinien wie die Zentren im DACH-Raum.
Wie verläuft die Genesung nach einer Senkungsoperation?
Die Genesung nach einer minimalinvasiven Senkungsoperation verläuft in der Regel zügig und ohne große Narben. Die meisten Patientinnen verlassen die Klinik nach etwa 1 bis 2 Tagen und können nach wenigen Tagen wieder leichten Alltagstätigkeiten nachgehen. Schweres Heben, starke körperliche Belastung und Geschlechtsverkehr sollten für etwa 4 bis 6 Wochen vermieden werden, damit das Gewebe stabil ausheilt. Beckenbodentraining bleibt auch nach der Operation wichtig, um das Ergebnis langfristig zu sichern.
| Phase | Richtwert |
|---|---|
| Klinikaufenthalt | etwa 1 bis 2 Tage |
| Leichter Alltag | nach wenigen Tagen |
| Heben/Sport/Verkehr | erst nach etwa 4 bis 6 Wochen |
Kann die Senkung nach der Operation wiederkommen (Rezidiv)?
Eine Senkung kann nach einer Operation erneut auftreten, weshalb ehrliche Erwartungen wichtiger sind als Versprechen. Je nach Verfahren und Ausgangsbefund liegt die Rückfallrate (Rezidiv) im Bereich von etwa 10 bis 30 %, wobei eine sorgfältige Technik und die Wahl des passenden Verfahrens das Risiko senken. Eine vorausgegangene Operation und ein geschwächtes Bindegewebe erhöhen das Rückfallrisiko, ebenso anhaltende Belastungen wie chronischer Husten oder schweres Heben. Deshalb verbinden wir die Operation mit klaren Empfehlungen für die Zeit danach, um das Ergebnis zu schützen.
Quelle: American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG), Leitlinie zum Beckenorganprolaps
Ist eine Senkungsoperation in Istanbul für internationale Patientinnen sicher?
Eine Senkungsoperation in Istanbul ist bei guter Vorbereitung ebenso sicher wie zu Hause, weil dieselben Verfahren und Leitlinien angewandt werden. Schwere Komplikationen sind bei minimalinvasiven Eingriffen selten und liegen meist unter etwa 1 bis 2 %, und nur in unter rund 5 % der Fälle ist ein Wechsel zur offenen Operation nötig. Wir nehmen uns vor jedem Eingriff Zeit für eine gründliche Voruntersuchung und klären Risiken offen, statt Sicherheit zu versprechen, die niemand garantieren kann. Entscheidend ist, dass Diagnostik, Operation und Nachsorge in einer Hand bleiben.
Heimatland oder Istanbul – worin liegt der Unterschied?
Der Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern vor allem in Wartezeit, Kontinuität der Betreuung und Kosten. Die medizinische Qualität ist an guten Zentren in beiden Fällen sehr hoch, und es kommen dieselben Verfahren und Standards zum Einsatz. Dass eine Behandlung in Istanbul oft günstiger ausfällt, liegt am Wechselkurs und an niedrigeren Betriebskosten, nicht an einem niedrigeren Standard. Sie erhalten zudem einen verständlichen Operationsbericht, den Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu Hause direkt vorlegen können.
| Aspekt | Heimatland | Istanbul |
|---|---|---|
| Qualität | sehr hoch | sehr hoch |
| Wartezeit auf OP | oft mehrere Wochen | meist kurzfristig planbar |
| Betreuung | wechselnde Teams möglich | durchgehend eine Hand |
| Kosten | höher | meist deutlich niedriger |
Wie bekomme ich vorab eine ärztliche Zweitmeinung?
Eine ärztliche Zweitmeinung können Sie bei uns vorab online einholen, ohne sofort anreisen zu müssen. Sie senden uns Ihre Befunde, und wir besprechen in einer kostenpflichtigen Online-Sprechstunde, ob in Ihrem Fall konservative Maßnahmen, ein Pessar oder eine Operation sinnvoll sind und ob ein organerhaltendes Vorgehen infrage kommt. Gerade wenn Ihnen bereits eine Gebärmutterentfernung oder ein Netz empfohlen wurde, lohnt sich diese zweite Einschätzung in Ruhe. Sie ist unverbindlich und verpflichtet Sie zu nichts Weiterem.
Wie läuft der Ablauf von Deutschland aus – von der Anfrage bis zur Nachsorge?
Der Ablauf ist in klare Schritte gegliedert, damit Sie jederzeit wissen, was als Nächstes kommt. Am Anfang stehen die Online-Zweitmeinung und die Sichtung Ihrer Befunde, danach folgen Terminplanung und Anreise. Der Aufenthalt in Istanbul dauert je nach Eingriff meist etwa 5 bis 10 Tage, inklusive Voruntersuchung, Operation und erster Kontrolle. Im Anschluss begleiten wir die Nachsorge aus der Ferne und stellen Ihnen alle Unterlagen für Ihre Praxis zu Hause bereit.
Häufige Fragen internationaler Patientinnen
Nach den meisten minimalinvasiven Eingriffen ist ein Flug ab etwa 10 bis 14 Tagen möglich, auch um das Thromboserisiko zu senken. Den genauen Zeitpunkt legen wir nach Ihrem Verlauf fest.
Je nach Eingriff sollten Sie etwa 5 bis 10 Tage einplanen, damit Voruntersuchung, Operation und eine erste Kontrolle sicher untergebracht sind.
Ja, bei vielen Pessarmodellen ist Geschlechtsverkehr möglich, und nach erfolgreicher Behandlung bessern sich entsprechende Beschwerden häufig.
Leichte Bewegung ist früh möglich, schweres Heben und intensiver Sport sollten jedoch für etwa 4 bis 6 Wochen warten, um das Gewebe zu schonen.
Ja, Sie erhalten einen verständlichen Operationsbericht mit allen Befunden, den Sie Ihrer behandelnden Praxis im Heimatland vorlegen können.
Ja, sowohl Pessar als auch viele Operationsverfahren sind in höherem Alter möglich, das Vorgehen wird an den Gesundheitszustand angepasst.
In leichten Fällen gelingt das oft mit Training und Pessar über längere Zeit, eine Heilung der Ursache ist konservativ jedoch nicht möglich.
Die Verständigung wird so organisiert, dass alle wichtigen Gespräche für Sie klar nachvollziehbar sind, bei Bedarf mit deutschsprachiger Begleitung.
Ziel der Operation ist meist eine Besserung der Blasenbeschwerden, eine bestehende oder versteckte Inkontinenz wird in der Planung mitberücksichtigt.
Hilfreich sind vorhandene Befunde, Ultraschallbilder, eine Liste Ihrer Medikamente und Vorbefunde zu früheren Operationen.
Ja, die Nachsorge wird aus der Ferne begleitet und bei Bedarf mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor Ort abgestimmt.

